Chromium OS – schlanker ging nicht?

Vor wenigen Wochen begann der Hype: Google veröffentlichte eine erste Beta des Chromium OS, dem Open-Source-Vorprojekt zu Chrome OS. Ich habe dann irgendwo im Netz einen Torrent mit einem VMWare-Image gefunden (weiß leider nicht mehr wo), was mir sehr entgegen kam, da ich zum kompilieren/manuellen installieren eigentlich zu faul war. Also habe ich das WMWare-Image in die Sun VirtualBox, die ich lieber nutze, importiert und Chromium OS gestartet. Begrüßt wurde ich von einem Login, das, wie ich erst garnicht kapierte, natürlich meine Google-Account-Daten wollte. Also keine Chance für ein Netzwerksetup vorher? Ich weiß es nicht, dennn mein Netzwerk ging out of the box.

Loginscreen

Was dann kam war noch minimalistischer als erwartet: Ein Chrome mit Batteriestatusanzeige. Der mit 1024 MB RAM und 12 MB Grafikspeicher, die der VirtualBox zustanden, nicht einmal flüssig lief. Es gab einen “Chromium-Tab” mit einer Art Schnellstart zu “wichtigen” Seiten (Erstaunlicherweise auch Produkte, die nicht von Google kommen). Dann war bereits ein GMail- und ein Google Calendar-Tab offen, die beide keinen Text in der Tableiste hatten sondern nur ihr Icon. In neuen Tabs konnte ich surfen, was problemlos funktionierte. Nur langsam.

Loginscreen

Das das Tastaturlayout und die Zeitzone noch nicht perfekt waren, ist finde ich bei einer ersten Beta auch nicht anders zu erwarten. Doch was ich dann bemerkte, das überraschte mich: Ich sah keine Möglichkeit, den (wenn auch virtuellen) Computer softwareseitig auszuschalten! Ich musste die VM schließen!

Fazit: Chromium OS ist einen Blick wert, aber wenn das jemand ernsthaft benutzen soll, dann muss sich da noch ganz schön was tun. Und dann sollten die Menüs nicht aussehen wie unter Windows 95, das passt nicht ins Chrome-Design. Und und und… Ich empfehle noch keine Installation, bis da noch etwas mehr Betas rausgekommen sind.

Raphael