Mozilla veröffentlichte vor kürzester Zeit Version 3.0 ihres tollen Mail- und Newsclienten Thunderbird. Im ersten Moment war ich nicht ganz froh, denn ein “WILL AUCH” schwirrte durch meinen Kopf obwohl mir klar war, dass es ein halbes Jahr dauern wird, bis Thunderbird 3 in den Ubuntu-Paketquellen landet und ein eigenes .deb-Paket wird von Mozilla nicht angeboten. Also habe ich mir die Binaries gezogen, den Ordner nach /opt/ geschmissen und erstmal manuell Verknüpfungen erstellt (es lagen nichmal Icons bei!) und den alten Thunderbird deinstalliert.
Dann habe ich es gewagt, Thunderbird 3 zu starten. Auf den ersten Blick zwei Änderungen, zum einen gibt es jetzt Tabs und zum anderen werden standardmäßig in der Ordnerleiste jetzt alle Posteingänge und so gruppiert. Kann man sich dran gewöhnen. Das mit den Tabs habe ich mir anders vorgestellt, aber gut, meine Phantasie tut nichts zur Sache. Erstmal funktionierte alles. Doch dann ist mir eingefallen, dass ich ja schon immer mal von POP3 zu IMAP wechseln wollte. Und gerade jetzt mit meinem neuen Netbook wäre es doch toll, die E-Mails inklusive “Gelesenheitsstatus” synchron zu halten. Also lösche ich bei Thunderbird mein POP3-Konto und richte ein neues mit IMAP ein (ja, ändern des Protokolls ist nicht möglich).
Bis dahin alles okay, Thunderbird lud nun die 14700 E-Mails (inkl. Spam der letzten 30 Tage) vom GMail-Server. Das sind alle meine Mails seit April 2007, war selber erstaunt, dass das so viele sind. Da ich ungern so lange Scrollbalken habe habe ich nun die untere Hälfte ausgewählt und im Kontextmenü “archivieren” ausgewählt. Das ging noch. Dann wollte ich weitere auswählen und auch archivieren. Dann ging nichts mehr. Bei einem Neustart war Thunderbird sofort überlastet mit dem Anzeigen der Ordnerinhalte und spielte verrückt. Da Thunderbird 3 mir bisher keine Neuerungen gezeigt hatte, die mich wirklich begeisterten, habe ich dann ganz schnell ein rm -R /opt/thunderbird/ ausgeführt und über die Quellen wieder Thunderbird 2 installiert um zu retten, was noch zu retten war.
Gerettet habe ich dann letztendlich das Adressbuch, dass ich noch in eine CSV exportieren konnte und dann bin ich auf die Suche gegangen nach einem neuen “Kommunikationszentrum”. Ich schaute mir dann zum ersten Mal Evolution, das GNOME-eigene Mail-Programm genauer an. Und ich bin zufrieden damit, jedenfalls bis jetzt. Es lies sich auf Netbook und PC problemlos für meine E-Mail-Konten inklusive Mailinglisten installieren und meine Kontakte und Kalender synchronisieren sich jetzt durch die Google-Wolke miteinander. Ich muss mich zwar Hotkeymäßig etwas umgewöhnen, aber das geht schon.
Einziges Problem sind jetzt jetzt noch die RSS-Feeds. Ich suche nach einem Reader, der die “Gelesenheit” (tolles Wort, ich weiß) auf zwei Rechnern synchron halten kann. Spontan finde ich da nur Google Reader, der als Übergangslösung taugt, mich aber eigentlich von der Bedienung her nicht beeindruckt bzw. den ich sogar unbequem finde. Vielleicht hat je jemand einen tollen Tipp, den er mir geben möchte ;-)
So, jetzt hab ich endlich mal wieder was gebloggt, ohne leere Versprechen mit “bald blogg ich wieder ganz ganz viel” machen zu müssen und wünsche noch einen angenehmen Mittwochabend.
Raphael

