o2 Prepaid-Surfstick unter Debian 23. Juni 2010 von Raphael

Ich habe vor wenigen Tagen einen Prepaid-Surfstick von o2 bestellt – die Tarife sagten mir mehr zu als bei Vodafone und sowas wollte ich schon immer mal haben. Dennoch barg es ein gewisses Risiko, da man nie weiß, wie gut das mit solcher Hardware und Linux alles funktioniert. Normalerweise kann man da Googlen, das habe ich auch gemacht, aber ich habe kaum positives aber auch nichts definitiv negatives gefunden. Also bin ich das 30 Euro teure Risiko eingegangen. Dieser Beitrag soll auch dazu beitragen, dass das anderen Leuten besser geht.

Daher der Artikel in Kurzform: Es funktioniert.

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Ubuntu 10.04 – flackernder Luchs 30. April 2010 von Raphael

Soeben ist auf meinem Netbook das Update zum gestern/heute erschienenen neuen Ubuntu abgeschlossen, hier auf dem PC ist es fast fertig. Und ich kann dazu nur eins sagen: ich bin frustriert.

Ubuntu 10.04, Lucid Lynx, kommt statt in dem sympathischen, warmen Braun in einem hässlichen Lila daher. Die Buttons in den Fensterleisten oben sind jetzt standardmäßig links statt rechts. Fühlen die sich jetzt cool, weil es Mac OS ähnelt? Auch die Farben scheinen so. Ich schätzte das Ubuntu-Design immer für dieses Angenehme, das so im Kontrast steht zu Mac und den neusten Windows-Versionen die so modern und kalt scheinen. Passte ja auch zu Ubuntus Motto „Linux for human beings“. Ich erinnere mich an den heise.de-Artikel vor kurzer Zeit, dies sei jetzt nicht mehr das Motto von Ubuntu. Und das Iconset zieht mit. Es gibt zwar noch eins, dass nahezu wie das letzte „Human“ aussieht, aber selbst hier wurden Änderungen vorgenommen.

Ja, Ubuntu setzt öffentlich jetzt auf „light“ und auf die „Cloud“. Ist ja toll, experimentelle, neue Sachen in eine LTS-Version zu packen war ja schon immer mit der Philosophie der Ubuntu-Entwicklung vereinbar *schüttel*! Der Login-Screen und der Boot-Screen sind jetzt ganz hässlich. Achja, und um den Style des Loginscreens zu ändern, muss man via gksu den Gnome-Erscheinungsbild-Dialog als Benutzer ‘gdm’ aufrufen. Umwerfende Usuability, findet ihr nicht auch? Es gibt ja im Systemmenü den Punkt „Anmeldebildschirm”, aber das da unterzubringen wäre wohl zu einfach, was?

Ich bin extrem enttäuscht und schockiert. Auf dem Rechner meiner Mutter wird Karmic Koala installiert bleiben, bis ich weiß, ob 10.10 wieder ein Schritt in die richtige Richtung wird. Ob ich selber bei Ubuntu bleibe ist fraglich. Da Windows 7 und Mac für mich finanziell nicht in Frage kommen, spiele ich mit dem Gedanken, zumindest teilweise auf Debian umzusteigen. Dort gibt es zwar nur gefühlt alle 10 Jahre wirklich neue Versionen von den Programmen, aber immerhin bemerke ich da keine Bestrebungen, den „Web 2.0-Style“ auf den Desktop zu übertragen.

Jetzt mache ich mich mal weiter an die Fehlersuche – eben durfte ich Kernel und PulseAudio installieren um am Netbook wieder etwas hören zu können. Die normale GNOME-Lautstärkeregelung ist aber immernoch aus dem Panel verschwunden. Und das schimpft sich stabile Long-Term-Support-Version! Unerhört.

Raphael

Shutter – Umfangreiches Screenshot-Studio 22. April 2010 von Raphael

Unter Ubuntu Screenshots zu machen geht ja von Hause aus fast bequemer als bei Windows – auf DRUCK drücken und es öffnet sich ein Dialog zum Abspeichern des Screenshots in eine Datei oder in die Zwischenablage. Mit Alt+DRUCK kann man wie unter Windows einen Screenshot vom aktuellen Fenster machen. Doch manchmal will man mehr.

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Synergy – Und zwei PCs vereinen sich. 22. April 2010 von Raphael

Ich habe ein neues Programm in der Reihe derer, die ich so toll finde, dass ich sie immer morgens gleich starte. Es handelt sich um Synergy, ein Programm, mit dem ich die Maus und Tastatur meines Computer auch für meinen Laptop verwenden kann. Man muss sich das so vorstellen: Wenn ich mit meiner Computermaus über den rechten Bildschirmrand hinausfahre, verschwindet der Mauszeiger auf meinem PC-Bildschirm und erscheint auf dem Laptopbildschirm, ich kann ihn aber weiterhin mit der gleichen Maus steuern. Jetzt, wo der Zeiger drüben ist, gehen auch sämtliche Tastatureingaben an den anderen PC – ich muss, wenn ich etwas am Laptop, der hier rechts von mir auf meinem Schreibtisch steht, machen will – nurnoch den Kopf drehen und die Maus bewegen. Ich muss mich nicht mehr an die andere – kleinere – Tastatur und das Touchpad setzen.

Synergy läuft unverschlüsselt im LAN über TCP/IP und besteht aus einem Server (mein PC) und einem Client (mein Laptop). Das ganze funktioniert sogar, wenn die beiden Seiten unterschiedliche Betriebssysteme verwenden! Und es wird sogar der Inhalt der Zwischenablage – zumindest bei Bitmaps und Plaintext – synchronisiert: Kein Abtippen mehr! Laut Website ist auf lange Sicht sogar eine Unterstützung von Datei-Drag&Drop geplant.

Unter Windows liefert Synergy eine Benutzeroberfläche mit, für Linux gibt es das in den Ubuntu-Paketquellen enthaltene quicksynergy, welches eine extrem schlanke, minimalistische und angenehme GUI bietet. Sehr zu empfehlen – die Arbeit mit Synergy macht einfach Spaß. Nur mit Spielen funktioniert es nicht immer so, wie man es gerne hätte, aber damit kann ich leben.

Screenshot von QuickSynergy

DDoS – Kampf gegen Windmühlen? 28. März 2010 von Raphael

Seit Donnerstagabend ist dieser Server aktivem DDoS ausgesetzt. Mit weit über einhundert HTTP-Requests pro Sekunde wurde Apache vor die Wahl gestellt: Entweder den Server zum Absturz bringen oder die Auslieferung der Webseiten vermeiden. Denial of Service, gelungen. Apache kam also nicht damit klar und der RAM wurde voller und voller. Also habe ich erstmal Apache beendet und ein volles Backup gezogen: Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass DDoS schuld am Performance-Problem war und befürchtete, den Server neu aufsetzen zu müssen.

Freitagabend installierte ich dann lighttpd, weil der angeblich mehr aushält als Apache. Der schlanke Webserver hat mich jetzt mindestens fünf Stunden Arbeit an gestern und heute gekostet, denn ich musste alle .htaccess-Dateien und andere Konfigurationen umstellen. Über Nacht hatte ich zwischenzeitlich eine statische “Wir stehen unter Beschuss!”-HTML-Seite auf allen Domains geschaltet um zu testen, wie lighttpd mit dem Ansturm klarkommt, und er hatte wirklich keine Probleme gehabt. Mittlerweile sind alle Projekte wieder verfügbar, bis auf das Daquel-Portal (bis gestern liefen alle Attacken nur auf diese Domain, daher habe ich sie per DNS umgelenkt, mittlerweile geht das DDoS aber auch gegen www.raphaelmichel.de) und Online-HackMes, weil dieses Projekt besondere Sicherheitsvorkehrungen braucht, die mit lighttpd nicht ganz so einfach umzusetzen sind, ich bin gespannt, ob ich das noch hinbekomme.

Mittlerweile habe ich einen Weg gefunden, die DDoS-Zugriffe mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Webserverseite zu erkennen und kann ihnen direkt einen 403er-Fehler zurückgeben. Dies hat den Vorteil, dass die Anfragen so nicht zu PHP durchgeleitet werden und a) CPU und RAM gespart wird sowie b) die PHP-CGI-Instanzen ihre Ressourcen für “echte” Besucher übrig haben.

Derzeit laufen die Attacken fröhlich weiter, seit dem letzten lighttpd-Neustart vor ca. einer Stunde sehen die Statistiken so aus:
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JBL On Stage micro – Selbstheilend? 20. März 2010 von Raphael

Ich bin seit letzten Jahr ja bekanntlich Inhaber eines iPod touch. Für diesen habe ich mir letzten April eine Dockstation gekauft – einen Lautsprecher und ein Ladegerät in einem, in klein und für unterwegs. Modell JBL On Stage micro. Im Saturn gab es das nicht, nur das teurere Modell für den vierfachen Preis, also musste ich auf Amazon kaufen. Dort habe ich mich wohl damals verklickt und nicht direkt bei Amazon oder bei JBL gekauft, sondern bei einem anderen Händler (ihr wisst schon, „Versand und Verkauf durch…“). In den letzten Sommerferien, also vor über einem halben Jahr versagte die Dockstation ihren Dienst. Sie ging garnicht mehr an, blinkte nicht mehr und nichts. Also: Reklamation.

Ich hatte aber keine Rechnung mehr, nur den Lieferschein. Von dieser Firma hat man im Internet quasi nichts mehr gefunden, jedenfalls keine Telefonnummer. Auf meine E-Mail kam keine Antwort. Also sah ich bereits, dass es Arbeit werden würde, das zu reklamieren. Aber es hatte immerhin 75 Euro gekostet, das musste es wert sein. Wer mich kennt, weiß allerdings, dass ich tierisch faul bin. Also schob ich es immer weiter vor mir her. Es fiel mir natürlich immer erst kurz vor Abfahrt in den Urlaub oder an ähnlich ungünstigen Gelegenheiten wieder ein. Weihnachten versuchte ich es nocheinmal mit einer E-Mail an eine andere Adresse. Ich bekam eine Antwort, ich solle mich direkt an JBL wenden und im Anhang bekam ich netterweise noch einmal die Rechnung als PDF.

Nach den Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen rief ich also bei JBL an und bekam auch eine nette Supporterin an den Apparat, die mir erklärte, sie würden das Gerät zurücknehmen, ich solle einfach eine Fehlerbeschreibung und die Rechnung beilegen. Das Porto allerdings müsse der Händler übernehmen, da würden sich Internethändler aber ihrer Erfahrung nach meist weigern. Na toll. Da ich ehrlich gesagt keine Lust hatte, noch einmal den Händler anzuschreiben habe ich also was gemacht? Es aufgeschoben. Ich hab ja noch einen Monat Zeit, bis das 1. Jahr ausläuft, also habe ich bis spätestens dahin sicher Garantie.

Das Gerät staubte also ein gutes halbes Jahr auf meinem Schreibtisch vor sich hin. Vor einer halben Stunde habe ich mich dann doch überwunden, die Rechnung auszudrucken, ein Päckchen zu holen und anzufangen, die Dockstation zu verpacken. Um die Fehlerbeschreibung so genau wie möglich verfassen zu können, habe ich das Gerät spaßeshalber an eine Steckdose angeschlossen. Es funktionierte. Es hat immernoch die gleiche Macke wie damals (der iPod sitzt sehr wackelig drauf, man braucht ihn nur zu berühren und der Kontakt geht verloren) aber ansonsten funktionierte es wieder einwandfrei.

Jetzt komme ich mir schon irgendwie verarscht vor. Da lag das monatelang rum und ich habe mich geärgert, dass ich meinen iPod auf Reisen nicht damit benutzen kann und es war nicht einmal kaputt. So, das musste ich einfach mal loswerden.

Visualisierung unter Linux: FreeMind und Dia 21. Februar 2010 von Raphael

In letzter Zeit arbeite ich gerne mit visualisierenden Diagrammen. Ob es nun ein Flowchart war, um wieder Überblick über ein komplexes Programm zu bekommen oder eine Mindmap, um alle Informationen zu einem Thema (im letzten Fall der Daquel-Story) zusammenzufassen. Ich war es leid, solche Diagramme immer im Grafikprogramm zu zeichnen, also habe ich mich umgeschaut, was an Software für diese Anwendungsfälle existiert, die bei mir läuft.

Und ich bin für beide Anwendungsfälle sofort fündig geworden: Die Mindmap-Software FreeMind, in Java geschrieben und damit plattformunabhängig überzeugt durch intuitive Bedienung über Tastenkürzel und umfangreiche Exportfunktionen: In die wichtigsten Grafikformate, als Flash-Applikation, als Java-Applet und textbasiert nach XHTML und ODT sowie ein eigenes, übersichtliches XML-Format (*.mm). Ich habe bereits mehrere große Mindmaps mit FreeMind erstellt und bin rundum glücklich, sogar auf dem kleinen Display des Netbooks.

Für die Flowcharts fand ich Dia, den Standard-Diagrammeditor von GNOME. Dessen Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftiger, wie ich finde, aber trotzdem absolut akzeptabel. Die Grafiken sehen im Editor selber zwar etwas aus wie aus dem letzten Jahrhundert, aber wenn man sie als Bild exportiert sind die Ergebnisse durchaus vorzeigbar. Dia bringt eine ganze Reihe eigener Paletten mit Grafiken mit, von üblichen Flowchart-Elementen bis hin zu Personen am Computer, Servern, Switches etc.

Ich kann beide Programme wärmstens allen Leuten empfehlen, die auf der Suche nach Visualisierungssoftware sind.

Raphael

Here were dragons 01. Januar 2010 von Raphael

Vom 27. bis zum 30. Dezember fand in Berlin der 26. Chaos Communication Congress unter dem Motto “Here Be Dragons” statt und wir waren dabei. Ich (Raphael) war den gesamten Congress über anwesend (Tag 0 – Abbau), an Tag 2 war die komplette geek’s factory in Berlin versammelt, also Domenic und ich. Wir saßen am von oqlt gekaperten Tisch im Hackcenter. Da unten gab es schnelles Internet, war es schön dunkel und warm. Es nervte nur, dass wir so nahe am Eingang zur Raucher-Lounge saßen, dass wir jedesmal den Rauch einatmen durften, wenn da die Tür aufging.

Wenn wir nicht da unten saßen, haben wir uns Vorträge angesehen, besonders angetan war ich von den Vorträgen in die ich noch reinkam (unsortiert): „cat /proc/sys/net/ipv4/fuckups“, „Conlanging 101“, „Security Nightmares“, „Why Net Neutrality Matters?“, „WikiLeaks Release 1.0“ sowie der Podiumsdiskussion „Wikipedia – Wegen Irrelevanz gelöscht“. Auch super waren natürlich auch die drei Gameshows im Nachtslot, die ich mir alle angesehen habe. Die Aufnahmen fast aller Events sind bereits auf ftp.ccc.de erhältlich.

Mir hat es auf dem Congress sehr gut gefallen, ich habe mich mit vielen interessanten Leuten unterhalten, die in der Schlange hinter uns standen oder bei uns am Tisch saßen und ich werde auf jeden Fall versuchen, nächstes Jahr zum 27c3 wieder nach Berlin zu fahren.

Google Chrome – Als Beta für Linux da 11. Dezember 2009 von Raphael

Nachdem ich gestern über Chromium OS geshrieben habe, ist jetzt Chrome höchstselbst an der Reihe. Ich habe ja vor langer Zeit in Wishus Blog mal über Chrome geschrieben. An Chromes Erscheinungstag. Mitlerweile trägt Chrome die Versionsnummer 4.0 und ist seit dieser Woche für Linux verfügbar. Auch wenn ich den Chrome-Klon SRWare Iron schon länger unter Linux habe, um wenigstens einen Webkit-Browser zu besitzen, mit dem ich Webseiten testen kann, habe ich Chrome 4 beta für Linux installiert. So kritisch ich vor einem Jahr Chrome zerrissen habe, dieses Mal war ich hellauf begeistert.

Die Entwicklertools kommen knapp an das neue Opera Dragonfly ran, funktionsmäßig etwas schwächer, überzeugen dafür aber mit schickem Aussehen, welches aber im Apple-Stil ist. Kommt das aus Webkit? Auch sonst überzeugt der Browser mit angenehmen Effekten und innovativer wie auch simpler Bedienung. Wenn ich jetzt noch wüsste, dass er nicht heimtelefonieren würde, fände ich ihn super. Aber auch so: als Zweitbrowser ist er mitlerweile für mich der beste Kandidat. Wenn ich als Standardbrowser schon einen Speicherriesen wie Opera nutze, muss nicht auch noch ein anderer Klotz wie Firefox als Zweitsurfmaschine dienen, dafür ist Chrome echt gut geeignet. Auch das Pluginsystem ist für mich als Benutzer, so absurd das klingt, schöner als das von Firefox. Ich muss nicht einmal neustarten, wenn ich ein Plugin (de)installiere!

Das wars dann auch schon wieder für heute,
Raphael

Chromium OS – schlanker ging nicht? 10. Dezember 2009 von Raphael

Vor wenigen Wochen begann der Hype: Google veröffentlichte eine erste Beta des Chromium OS, dem Open-Source-Vorprojekt zu Chrome OS. Ich habe dann irgendwo im Netz einen Torrent mit einem VMWare-Image gefunden (weiß leider nicht mehr wo), was mir sehr entgegen kam, da ich zum kompilieren/manuellen installieren eigentlich zu faul war. Also habe ich das WMWare-Image in die Sun VirtualBox, die ich lieber nutze, importiert und Chromium OS gestartet. Begrüßt wurde ich von einem Login, das, wie ich erst garnicht kapierte, natürlich meine Google-Account-Daten wollte. Also keine Chance für ein Netzwerksetup vorher? Ich weiß es nicht, dennn mein Netzwerk ging out of the box.

Loginscreen

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Thunderbird 3.0 – Sind meine Ansprüche zu hoch? 09. Dezember 2009 von Raphael

Mozilla veröffentlichte vor kürzester Zeit Version 3.0 ihres tollen Mail- und Newsclienten Thunderbird. Im ersten Moment war ich nicht ganz froh, denn ein “WILL AUCH” schwirrte durch meinen Kopf obwohl mir klar war, dass es ein halbes Jahr dauern wird, bis Thunderbird 3 in den Ubuntu-Paketquellen landet und ein eigenes .deb-Paket wird von Mozilla nicht angeboten. Also habe ich mir die Binaries gezogen, den Ordner nach /opt/ geschmissen und erstmal manuell Verknüpfungen erstellt (es lagen nichmal Icons bei!) und den alten Thunderbird deinstalliert.

Dann habe ich es gewagt, Thunderbird 3 zu starten. Auf den ersten Blick zwei Änderungen, zum einen gibt es jetzt Tabs und zum anderen werden standardmäßig in der Ordnerleiste jetzt alle Posteingänge und so gruppiert. Kann man sich dran gewöhnen. Das mit den Tabs habe ich mir anders vorgestellt, aber gut, meine Phantasie tut nichts zur Sache. Erstmal funktionierte alles. Doch dann ist mir eingefallen, dass ich ja schon immer mal von POP3 zu IMAP wechseln wollte. Und gerade jetzt mit meinem neuen Netbook wäre es doch toll, die E-Mails inklusive “Gelesenheitsstatus” synchron zu halten. Also lösche ich bei Thunderbird mein POP3-Konto und richte ein neues mit IMAP ein (ja, ändern des Protokolls ist nicht möglich).

Bis dahin alles okay, Thunderbird lud nun die 14700 E-Mails (inkl. Spam der letzten 30 Tage) vom GMail-Server. Das sind alle meine Mails seit April 2007, war selber erstaunt, dass das so viele sind. Da ich ungern so lange Scrollbalken habe habe ich nun die untere Hälfte ausgewählt und im Kontextmenü “archivieren” ausgewählt. Das ging noch. Dann wollte ich weitere auswählen und auch archivieren. Dann ging nichts mehr. Bei einem Neustart war Thunderbird sofort überlastet mit dem Anzeigen der Ordnerinhalte und spielte verrückt. Da Thunderbird 3 mir bisher keine Neuerungen gezeigt hatte, die mich wirklich begeisterten, habe ich dann ganz schnell ein rm -R /opt/thunderbird/ ausgeführt und über die Quellen wieder Thunderbird 2 installiert um zu retten, was noch zu retten war.

Gerettet habe ich dann letztendlich das Adressbuch, dass ich noch in eine CSV exportieren konnte und dann bin ich auf die Suche gegangen nach einem neuen “Kommunikationszentrum”. Ich schaute mir dann zum ersten Mal Evolution, das GNOME-eigene Mail-Programm genauer an. Und ich bin zufrieden damit, jedenfalls bis jetzt. Es lies sich auf Netbook und PC problemlos für meine E-Mail-Konten inklusive Mailinglisten installieren und meine Kontakte und Kalender synchronisieren sich jetzt durch die Google-Wolke miteinander. Ich muss mich zwar Hotkeymäßig etwas umgewöhnen, aber das geht schon.

Einziges Problem sind jetzt jetzt noch die RSS-Feeds. Ich suche nach einem Reader, der die “Gelesenheit” (tolles Wort, ich weiß) auf zwei Rechnern synchron halten kann. Spontan finde ich da nur Google Reader, der als Übergangslösung taugt, mich aber eigentlich von der Bedienung her nicht beeindruckt bzw. den ich sogar unbequem finde. Vielleicht hat je jemand einen tollen Tipp, den er mir geben möchte ;-)

So, jetzt hab ich endlich mal wieder was gebloggt, ohne leere Versprechen mit “bald blogg ich wieder ganz ganz viel” machen zu müssen und wünsche noch einen angenehmen Mittwochabend.

Raphael

Levitation – passt die Wikipedia in ein GIT? 12. November 2009 von Raphael

Seit ein paar Wochen ist in Hackerkreisen viel los um die Wikipedia. Ihr wisst schon, diese Website, der wir unsere guten Noten bei Referaten in der Schule etc. verdanken. Dort gibt es einige Admins, die sichtlich Spaß daran haben, Artikel aus hackernahen Zusammenhängen zu löschen. Das “freie Wissen” also. Gelöscht wurden Seiten wie “MOGIS”, “Zensursula” und andere CCC-nahe Themen. Fefe wetterte sehr gegen die Wikipedia. Ich habe mich zu dieser Debatte bisher eigentlich still verhalten, das eine oder andere retweeted, aber das wars. Jetzt hat der Mannheimer Hacker Tim “Scytale” Weber in seinem Blog einen Artikel zu seiner Vorstellung einer besseren Wikipedia, der Omnipedia, veröffentlicht. Ich wollte ihm einen Kommentar per Twitter senden, da merkte ich, dass 140 Zeichen niemals reichen würden und entschloss mich, hier einfach meine Gedanken in dieser Form zu veröffentlichen.
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schuelerVZ-Tragödie – eine Zusammenfassung 08. November 2009 von Raphael

Jeder dürfte die schülerVZ-Tragödie mitbekommen haben, ich berichtete auch darüber, als das ganze losging. Das Geschehen ist so verworren, dass ich hiermit versuchen, durch eine klare Timeline etwas Licht ins Dunkel zu lassen. Mal sehen ob es mir gelingt, oder ob durch diesen Post die Verwirrung noch größer wird. Primärquelle ist netzpolitik.org

  • Freitag, 16. Oktober 2009 Zwei Hacker (“die Quelle”) senden Datensätze an netzpolitik.org. Netzpolitik veröffentlicht eine Meldung darüber
  • schuelerVZ gibt eine Pressemeldung darüber heraus
  • Sonntag, 18. Oktober 2009 Unabhängig von “der Quelle” hatte noch ein anderer Hacker, 3x1t, Datensätze gesammelt. Er kommunizierte nun mit schuelerVZ, vielleicht, weil er auch was davon abhaben wollte.
  • 3×1 fuhr auf Rechnung von schuelerVZ nach Berlin. Dort wurde er von der Polizei wegen Erpressung festgenommen. Ob Erpressung vorlag, ist bis jetzt nicht klar.
  • Montag, 26. Oktober 2009 Die “Quelle” veröffentlicht einen anonymisierten Bericht über die schuelerVZ-Lücken
  • Samstag, 31. Oktober 2009 3x1t begeht Selbstmord.
  • Dienstag, 3. November 2009 3x1ts Anwalt bestreitet einen Erpressungsversuch.

phpsh – eine interaktive PHP-Shell. Unter Ubuntu. 05. November 2009 von Raphael

Die phpsh ist eine von den facebook-Entwicklern, die auch memcached veröffentlichten, bereitgestellte interaktive Shell für PHP – das ultimative Werkzeug für jeden PHP-Developer. Sie ist im Python geschrieben – was für mich Neuland ist. Mit Python hatte ich einfach noch nie Berührungspunkte. Ich installierte, um die Shell zu kompilieren/zu benutzen also die Pakete “python python-sqlite python-setuptools”, die das Programm braucht und installierte/kompilierte streng nach der beiliegenden README-Datei. Tja, fail!
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Killerspielentsorgung – fail 17. Oktober 2009 von Raphael

Wie man heut überall im Netz liest, hat in Stuttgart ein “Aktionsbündnis Winnenden” zur öffentlichen und demonstrativen Entsorgung von Killerspielen. Naja, wie ich durch Fefe erfur, war es eine sehr erfolgreiche Aktion:

Da kann ich mich nurnoch einem Kommentator auf YouTube anschließen:

Schade dass es keine Schachbretter etc. reingeschafft haben.

Raphael

SchülerVZ pwned – mal wieder. 16. Oktober 2009 von Raphael

Wie netzpolitik heute berichtete, hat es mal wieder jemand geschafft Millionen Datensätze von SchülerVZ zu entwenden. Wundert’s wen? Nein, Einladungen zum schülerVZ gibts ja an jeder Cyberecke und jeder, der einmal einen schuelerVZ-Spider geschrieben hat, weiß, wie problemlos das geht. Bieten die vielleicht mal ne API an? Viel einfacher kanns ja kaum mehr werden.

Das ist ja nicht das erste Mal sowas. Und das ist bei schülerVZ bis heute so: Alle “privaten” Bilder – die ja nur für Mitglieder sichtbar seien sollten, liegt auch nach ihrerer Löschung in alten Versionen noch auf den Servern als .jpg ungeschützt herum. Aber nein, die Betreiber sind ja nicht lernresistent oder so, nein auch diesmal versprechen sie uns, bereits Maßnahmen gegen sowas ergriffen zu haben (Achtung: Vergangenheit!). Juhu, dann passiert ja doch mal was. Ob dieser Teil der Datenschutzzusammenfassung aber jemals wahr wird?

Deine persönlichen Daten sind auf unseren Servern (den Speicherorten für diese Daten) bestmöglich geschützt. Sie können z.B. nicht von Suchmaschinen wie Google ausgelesen werden und tauchen somit nicht außerhalb vom schülerVZ auf.

Eine Sicherheitslücke wird das diesmal nicht gewesen sein, nur ein einfacher Crawler, der alles sehen kann, was ein beliebiger sVZ-Nutzer auch sehen kann, wenn er keine Freunde hat. Von daher halte ich es für übertriebene Panik, denn wer an die Daten will, der wird auch an einen Account kommen und die Suche ist nicht sehr schwer zu bedienen ;-)

Fazit: Profile auf “nur für meine Freunde sichtbar” stellen, ein sicheres Passwort verwenden und nur Daten einspeisen, die auch jeder sehen darf!

Raphael

Btw: Zeit Online scheint ja gern bei netzpolitik abzuschreiben

GPG für jeden – Digitale Privatsphäre auch für dich! 13. Oktober 2009 von Raphael

In Kooperation mit nerdtastic.de und NoMoKeTo.de haben wir ein neues Projekt auf die Beine gestellt. GPG für jeden – ein Projekt das selbst dem absolut kenntnislosen Computernutzer erklären soll, was E-Mail- und Chat-Verschlüsselung für Vorteile hat und wie sie jeder ganz einfach nutzen kann. Alle erfahrenen Cumputernutzer haben dadurch auch die Möglichkeit, bei Fragen nach solch Anleitungen auf diese sammelnde Seite zu verweisen. Wer gerne Tutorials (ob in Text- oder Videoform) zu einem Thema auf diesem Gebiet schreiben möchte, kann sich gerne an uns wenden, wir freuen uns! Mehr über die Motivation und über GnuPG allgemein gibt es auch auf der Website.

Achja, ein Link: GPG.geeksfactory.de

Anvil Studio – MIDI ohne Grenzen 12. Oktober 2009 von Raphael

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Anvil Studio ist eine Windows-Freeware, mit der man ganz einfach MIDI-Dateien bearbeiten kann. Es werden verschiedene Tracks und alle Rythmus-Instrumente unterstützt – eine volle Verwendung der MIDI-Spezifikation. Ich habe Anvil Studio auf einen Tipp von Nils hin seit einiger Zeit im Einsatz und schon längere mehrstimmige Stücke eingegeben – an die anpassbare Bedienung gewöhnt man sich schnell und der produktiven Arbeit mit Anvil Studio steht nichts mehr im Weg.

anvilstudio.com

OneSwarm – F2F – Das sichere Filesharing 10. Oktober 2009 von Raphael

OneSwarm ist ein Torrent-Client, der neben BitTorrent noch etwas anderes tolles kann: Friend-to-Friend-Torrents. Das heißt auf Deutsch, Torrents, deren Inhalte nur meine Freunde herunterladen können, was den Vorteil hat, dass die Content-Mafia außen vor bleibt. Solange ich unter meinen Freunden also nur Leute habe, denen ich wirklich vertraue, kann mir nichtspassieren. Aber es geht noch weiter! Nehmen wir an, ich bin mit Alice befreundet. Alice widerrum ist mit Mallory befreundet, der für die Content-Mafia arbeitet, was Alice aber nicht weiß. Ich bin nicht mit Mallory befreundet. Trotzdem kann Mallory Torrents von mir laden nämlich über Bob (eine Art Proxy). Das hat den Vorteil, dass die einzige IP-Adresse, die Mallory mitsniffen kann, die von Bob ist. Getestet habe ich diese Funktion aber noch nicht.

OneSwarm kommt mit zwei GUIs, einer Weboberfläche, über die ich durch die Torrents meiner Freund browsen kann und über die ich Freunde hinzufüge sowie einer als eigenes Fenster laufenden GUI, die die grundlegenden Torrent-Funktionen bietet. Dank eines Tipps von Felix habe ich OneSwarm seit gestern im Einsatz und bisher einige gute Erfahrungen gemacht, kann das Programm nur weiter empfehlen.

oneswarm.cs.washington.edu

ShortURLs in jedem Browser wegfrickeln… 04. Oktober 2009 von Raphael

Regt euch das auch so auf? Man bekommt eine TinyURL und landet so auf einer Seite, auf die man garnicht wollte. Wohlmöglich bei Kinderpornographie! Daher nutze ich seit einiger Zeit ein eigenes System, welches mithilfe der LongURL.com-API sämtliche ShortURLs in eine HTML-Seite umwandelt, die mich per JavaScript erst nach 10 Sekunden zum Ziel der TinyURL umleitet. Dies hat gegenüber den Anti-ShortURL-Plugins für den Firefox den Vorteil, dass es systemweit, betriebssystemunabhängig und crossbrowserkompatibel ist. Ich lenke einfach per Hosts-Datei sämtliche Anfragen an z.B. is.gd an 127.0.0.1, also an localhost um. Dort fange ich solche Requests ab und leite sie an ein PHP-Skript.
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